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Oman Off-road Woche 4: Von versunkenen Dörfern, Schildkröten und fahrerischen Grenzen

  • Autorenbild: Kiki
    Kiki
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Unsere Reise führte uns weiter tief hinein in das Herz des Oman. Bevor wir den Arabischen Ozean erreichten, machten wir einen Zwischenstopp beim versunkenen Dorf Wadi Murr. In dieser surrealen Kulisse, weit weg von jeder Zivilisation, schlugen wir unser Lager auf.



Die Stille der Wüste wurde nachts nur vom lautstarken Brüllen der Maulesel unterbrochen – ein Weckruf der Natur, den man so schnell nicht vergisst.



Küstenmagie und die Werften von Sur


Am nächsten Tag lockte das Wasser. Wir entdeckten einen abgelegenen Strandabschnitt, der absolute Ruhe versprach, bis uns die Fischer einen Strich durch die Rechnung machten und wir das Schwimmen kurzerhand verschoben. Unser Weg führte uns weiter Richtung Sur. Kurz vor der Stadt fanden wir einen Stellplatz direkt am Meer, der so einladend war, dass ich sofort die Schnorchelmaske aufsetzte.


Der nächste Morgen war pure Magie: Früh morgens im Wasser begegneten mir unzählige Schildkröten und Fische in allen Größen. Ein friedlicher Moment, bevor es in die Stadt ging.

In Sur besuchten wir die traditionelle Werft, wo noch heute Dhaus in reiner Handarbeit gebaut werden – ein faszinierendes Stück lebendiger Geschichte.



Adrenalin im Wadi Tiwi & Wadi Shab


Die Fahrt ins Wadi Tiwi war ein echtes Abenteuer. Die extrem steilen und engen Passagen verlangten selbst uns als erfahrenen Campern höchste Konzentration ab. Doch die Mühe lohnte sich: Wir wurden mit einem Stellplatz direkt am spektakulären Mibam-Wasserfall belohnt.

Um dem Massentourismus im benachbarten

Wadi Shab zu entgehen, starteten wir am nächsten Tag bereits vor 09:00 Uhr. Die Wanderung durch das Wadi ist wunderschön, aber anspruchsvoll – gute Fitness ist hier Pflicht. Während Rainer am Ufer wartete, schwamm ich durch vier Becken und einen extrem engen Felsspalt in eine versteckte Höhle. Ein unvergessliches Erlebnis, das jedoch nichts für Menschen mit Klaustrophobie ist!



Ein kleiner Schreckmoment: 


Nach der Wanderung stellten wir fest, dass unsere Kamera die ganze Zeit auf dem Autodach gelegen hatte. Vier Stunden später war sie immer noch da – ein Beweis für die unglaubliche Ehrlichkeit und Sicherheit im Oman.


Flucht in die Einsamkeit:


Da uns der Trubel an der Küste und am berühmten Sinkhole zu viel wurde, zog es uns zurück in die Einsamkeit der Berge. Die Fahrt zur Madschlis al Dschinn Höhle war landschaftlich eines der absoluten Highlights unserer Reise. Die Ausblicke von den Bergkämmen sind schlichtweg atemberaubend.



Über das eher unspektakuläre Wadi Alarbeieen und den Wadi Dayqah Dam (den man getrost auslassen kann) tricksten wir uns via Google Maps auf die alte Bergstraße Richtung Maskat. Wir beendeten diesen Abschnitt unserer Reise auf einer Anhöhe nahe

Wadi Aday, voller Vorfreude auf die Durchquerung

des Wadi al Maih am nächsten Tag.


Unsere Tipps für diese Route:


Wadi Tiwi: Nur für erfahrene Fahrer mit Allradantrieb! Die Passagen sind extrem steil.

Wadi Shab: Unbedingt vor 09:00 Uhr starten. Danach füllt sich das Wadi schlagartig mit Touristenmassen.

Ausrüstung: Für die Höhle im Wadi Shab solltet ihr sichere Schwimmer sein; eine Schwimmweste allein reicht für den engen Spalt nicht aus.


Abschied von der Wildnis und Trubel in Maskat

Nach der grenzenlosen Freiheit in der Natur hieß es für uns: Kurs auf Maskat. Die Fahrt dorthin war noch einmal ein echtes Highlight, denn wir ließen uns treiben durch die wunderschönen Kulissen des

Wadi al Mandaria und des Wadi Spardy.



Doch die Idylle hielt nicht ewig – je näher wir der Hauptstadt kamen, desto lauter und quirliger wurde es.

In Maskat angekommen, steuerten wir unser Hotel an, checkten ein und gönnten uns erst einmal das, was man nach so vielen Tagen im Staub der Wadis am meisten herbeisehnt: eine herrlich lange, heiße Dusche!


Ein Abschied und ein echter Geheimtipp


Danach hieß es Abschied nehmen von unserem treuen Begleiter auf vier Rädern. Die Rückgabe bei Activeoverlander.com war so entspannt und unkompliziert, dass wir das Team wirklich jedem nur wärmstens ans Herz legen können.


Bevor wir endgültig in den Stadtmodus schalteten, bekamen wir vom Vermieter noch einen fantastischen Tipp: das Café Fara. Es liegt direkt am Wasser, das Essen war spitze und die Aussicht einfach nur zum Genießen. Ein perfekter Moment, um die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren zu lassen, bevor uns das Taxi zurück zum Hotel Al Falaj brachte.


Licht und Schatten in der Stadt


Was das Hotel angeht, sind wir dieses Mal zwiegespalten. Das Personal war super herzlich, das Zimmer top und das Essen spitze – aber: Wer schlafen möchte, ist hier leider falsch. Jede Nacht dröhnte bis 3 Uhr morgens die Party-Musik, sodass an Ruhe nicht zu denken war. Definitiv keine Empfehlung für Erholungssuchende!

Die letzten zwei Tage verbrachten wir in der Altstadt, schlenderten durch den Souq und erkundeten die Umgebung von Maskat. Unser Fazit? Die Stadt selbst brauchen wir kein zweites Mal, aber das Land... das Land hat unser Herz im Sturm erobert. Die Natur, die Einsamkeit und vor allem die unglaubliche Herzlichkeit der Locals sind einfach einzigartig.



Ein Ende, das nach Neuanfang riecht


Besonders das Campen in den Wadis und an diesen völlig abgelegenen Plätzen hat etwas in uns ausgelöst. Es hat uns so gut gefallen, dass wir noch vor Ort angefangen haben, Pläne zu schmieden. Wir träumen bereits von einer neuen Reise – und diesmal mit einem ganz besonderen Fahrzeug...

Aber was genau das ist? Davon erfahrt ihr mehr, wenn es soweit ist!



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